Dienstag, 14. Mai 2013

Bermudadreieck?


Wir segeln nicht mehr im Passat!

Anfang Mai hatten wir das Boot für unsere Atlantiküberquerung II gecheckt und mit Nahrung und Getränken für mehr als 30 Tage zugestopft. Aber leider ließ der Wetterbericht uns nicht fahren. Flaute!

Am 4. Mai sah es dann so aus, als könnten wir fahren. Vorhersage: Ein Tag schwacher Wind, dann Flaute für einen Tag und dann für mehrere Tage Ost 10-15 Knoten rechtdrehend auf Süd.

Da sind wir los, schließlich haben wir einen Motor und genügend Diesel gebunkert. Die ersten 4 Stunden konnten wir auch mit 3 Knoten segeln, danach war Flaute. Also nach Plan: Motor an und weiter. Allerdings wollte die Flaute nicht aufhören, aber unser Diesel wurde immer weniger. Wir hatten uns vorgenommen, nur maximal die Hälfte des Sprits zu verfahren, da man ja nie weiß, was noch passiert. Am 06. Mai haben wir dann den Motor aus gemacht und standen mitten auf dem Atlantik ohne auch nur einen Hauch von Wind. Die See war spiegelglatt.


Die Dünung schaukelte das Boot hin und her, so dass wir die Segel bergen mußten, der Tank war mittlerweile auf Reserve und die Temperatur unter der Sprayhood betrug 40°C.

Es wollte keine besondere Stimmung aufkommen und der Geburtstag von Andreas wurde nicht groß gefeiert. Die einzige tolle Überraschung war der Anruf seines Bruders auf dem Satelitentelefon genau in dem Moment, als wir den neuen Wetterbericht einholten. Nachmittags haben dann den ersten von drei 20l-Kanistern nachgetankt und sind langsam durch die Nacht motort, damit die Schaukelei besser zu ertragen ist. So haben wir wenigstens noch ein Etmal von 75 Seemeilen geschafft. Viel haben wir darüber gehört, dass man durch ein großes bekalmtes Gebiet fahren muss, aber 3 Tage am Stück direkt am Anfang und so krass, damit haben wir nicht gerechnet und uns wurde klar, dass das hier noch ziemlich lange dauern kann. Wir waren so angespannt, dass keiner von uns in der Nacht viel geschlafen hat. Für unsere eigene Vorgabe, „Flauten sitzen wir aus und warten einfach auf Wind, deshalb ist nicht soviel Reservediesel nötig“ müssen wir erst noch unsere Nerven trainieren. Deshalb haben wir den Entschluss gefaßt, das passiert uns auf dem Weg zu den Azoren nicht wieder. Auf den Bermudas versuchen wir Kanister für weitere 100 l Diesel zu kaufen, nicht weil wir glauben, damit jegliche Flaute zu durchfahren, aber so kann man wenigstens Nachts etwas ruhiger fahren und schlafen. In den ersten 3 Tagen haben uns übrigens 2 Segelboote mit richtig viel Speed überholt. Wie groß wohl deren Tank ist??

Am Dienstag kam zum Glück später noch Wind auf und wir segeln mit 3-4 Knoten Richtung Bermuda. Hoffentlich hält das so an.

Tatsächlich hat der Wind durchgestanden, am Mittwochabend frischte es sogar bis zu 20 kn auf. Deshalb wollten wir vorsorglich das erste Reff für die Nacht einbinden. Um das Reffen zu vereinfachen, starteten wir die Maschine, aber sobald wir einkuppelten ging sie wieder aus. Nach dem 3. Versuch hat Andreas die Welle kontrolliert, nichts drehte sich! Unser erster Gedanke war, dass sich das Wellenlager festgesetzt hat. Also erst einmal reffen und das Boot wieder auf Kurs bringen. Mittlerweile war es auch stockduster. Der Frust war groß, schon wieder etwas kaputt, 400 Seemeilen von den Bermudas entfernt. Wahrscheinlich muss dass Schiff raus aus dem Wasser, um repariert zu werden. Was ist, wenn wieder Flaute kommt, Wieviel Zeit wird es uns kosten, bis wir weiter können, was ist mit der Hurrikansaison?. Fragen über Fragen! Drei Alternativen hatten wir auf die Schnelle zur Hand: Zurückfahren und das Boot einlagern (teuer), direkt zu den Azoren segeln (ohne Motor kann das sehr langwierig werden). Die dritte Alternative erschien als die logischste, weiter zu den Bermudas, alles reparieren lassen (vielleicht ein bis zwei Wochen) und dann noch schnell weiter auf die Azoren. Zur Frustbekämpfung gab es erst einmal ein Bier und dann abwechselnd Schlaf. Am nächsten Morgen um 06.00 Uhr stellte Andrea dann fest, es ist wahrscheinlich nicht das Lager, sondern ein großes grünes Netz, was wir uns eingefangen haben und bis zu 3 Metern hinter unserem Boot hergeschleppt wurde.



Aufgrund des Seegangs (und der Angst vor Haien) kann man aber nicht ins Wasser und es einfach abschneiden. Wir fahren jetzt als Schleppnetzfischer in den Hafen der Bermudas und organisieren uns einen Taucher (nachts fahren wir aber weiter die Tricolour und nicht Grün über Weiss). Zum Glück haben wir uns das Netz beim Segeln gefangen und nicht während unserer Motorboottour, so dass hoffentlich nicht all zu viel Schaden passiert ist. Durch das Netz segeln wir jetzt langsamer, aber vor Montag morgen brauchen wir eh' nicht da sein, denn sonntags finden wie ja so wie so keine Hilfe. Man sagt allgemein, jeder Segler fängt sich einmal im Leben eine Leine in der Schraube. Wir glauben, dass kann gar nicht stimmen, schließlich räumen wir alles weg. Erst La Coruna, dann Madeira und jetzt auf dem Weg zu den Bermudas. Aber ansonsten ist das Segeln hier jetzt schön (nachdem der Frust überstanden und wir ausgeschlafen sind), 15-20 kn Wind ohne starke Böen von der Seite, wir kommen gut vorwärts, das letzte Etmal betrug 114 Seeimeilen.

Die nächsten Tage ging es auch so weiter. Wäre nicht unser Netzproblem, hätten wir eine richtig schöne Zeit gehabt. Aber so hatten wir immer Sorge, dass noch irgend etwas anderes kaputt gehen könnte. Zeitweise hatten wir das Gefühl, dass unsere Windsteueranlage doch sehr starke Geräusche von sich gibt, der Baum komisch knackt …... u.s.w. Im Nachhinein waren wir jetzt froh, dass wir doch so viel Sprit verfahren haben, denn zu gebrauchen war er jetzt eh' nicht mehr. Am Sonntag Mittag haben wir dann das Tempo stark verlangsamt, damit wir sicher am Montag im Hellen ankommen. Um 23.00 Uhr haben wir dann den ersten Funkkontakt mit den Bermudas hergestellt. Wir waren knapp 50 Seemeilen von der Insel entfernt und trotzdem konnten wir super gut funken. Wir haben darum gebeten, dass für uns für den nächsten Morgen eine Schlepperhilfe organisiert wird, damit wir in den Hafen fahren können. Zum Abschluss bekamen wir dann die Information, dass wir uns 20 sm vor der Insel noch einmal melden sollen. Mittlerweile war in der Funkstation des Seenot-Koordinationszentrums Bermuda Radio wohl Schichtwechsel, denn um 03.00 Uhr nachts wurde wir angefunkt und wurden gefragt, ob wir die Hilfe immer noch benötigen und ob wir in den Hafen St. George einlaufen wollen. Danach wurde eine komplette Checkliste an uns abgearbeitet. Fragen nach den allgemeinen Daten unseres Schiffes, aber man wollte auch die Registrierungsnummer der Epirb und die Nummer unsere Satelitentelfones haben. Zum Glück hatten wir den Tag über den Funk verfolgt, so dass wir auf dieses Gespräch gut vorbereitet waren. Um 06.00 Uhr kam ein weiterer Funkspruch. Man fragte unsere augenblickliche Position ab und teilte uns mit, dass wir uns noch lange gedulden müssen. Mittlerweile hatten wir 25 kn Wind und eine 3 m hohe Welle, aber auf Grund der gebotenen Langsamkeit nur 2 kn Fahrt im Schiff. So schaukelten wir Richtung Bermudas. Um 07.30 Uhr erhielten wir einen weiteren Funkspruch mit dem Hinweis auf Chanel 12 zu wechseln und dort mit unserem Schlepper zu sprechen. Plötzlich ging alles rasant schnell: Ein Pilotboot der Rescue war direkt vor uns, sagte Hallo und warf uns kurz danach die Schleppleine zu. Und dann ging die Post ab. Die Grundgeschwindigkeit belief sich wohl nur auf 6 kn, aber die Welle runter fühlten wir uns wie damals im Race von Alderney, 10,9 Kn auf der Logge über Grund.
 


Man brachte uns auf einen Ankerplatz direkt vor dem Customsoffice und wollten für all das überhaupt kein Geld von uns haben. Unser Schlepper hatte seinen Standort direkt vor dem Einklarierungsbüro, deshalb haben wir eine Palette karibisches Bier mitgenommen und uns für das Schleppen noch einmal bedankt. Damit hatten sie wohl nicht gerechnet und waren hell erfreut. Als Andreas dann fragte, ob sie vielleicht eine Adresse von einem Taucher hätten, der das Netz wegschneiden kann, hat der Kapitän auf seinen Mitarbeiter gezeigt und gesagt: Er ist Taucher. Daraufhin haben wir vereinbart, dass er nachmittags vorbei kommt und sich um unser Netz kümmert. Das war schon einmal ein grandioser Einstieg an einem Ort, von dem wir überhaupt keine Vorstellung hatten. Beim Customs ging die Freundlichkeit dann weiter. Nachdem alle Formulare ausgefüllt und die 70,- US$ Taxe bezahlt waren ist der Officer mit uns vor die Türe gegangen und hat uns auf die wichtigsten Einrichtungen seiner Stadt hingewiesen. Obwohl schon andere im Büro standen, die sich auch anmelden wollten, ist er mit uns ins Nachbargebäude geschländert, um uns zu zeigen, wo wir kostenfrei ins Internet können. Auch wurde uns von ihm die Lage des Supermarktes, der verschiedenen Schiffshändler, der historischen Kirche und der Bank kurz beschrieben. Mittlerweile war es kurz vor 12.00 Uhr, deshalb hat er uns schnell noch ein Schauspiel ans Herz gelegt, wo Szenen aus dem 16. Jahrhundert nachgespielt werden, in denen Frauen die als Hexe, Hure oder Schwätzerin verschriehen wurden bestraft wurden indem sie 7 mal ins Wasser gedöppt werden.


Nach einem kurzen Rundgang durch diese kleine, aber sehr schöne Stadt sind wir zurück zum Boot gefahren. Hier gab es die nächste positive Überraschung. Unser Taucher war mit der Arbeit schon fertig. Er hat mal schnell seine Mittagspause genutzt und hat das Netz entfernt, obwohl wir gar nicht an Bord waren. Dafür hat er dann 80,-- Dollar verlangt mit dem Hinweis, dass die Bermudas doch sehr teuer sind. Wenn man bedenkt, dass wir damals in La Coruna 300,-- Euro hätten bezahlen sollen, ist die Geschichte für uns total gut ausgegangen.



Zu guter Letzt haben wir „Josh“ wieder getroffen, der uns spontan auch noch zu einem Mittagessen eingeladen hat. Während wir diese Zeilen hier schreiben, sitzen wir total relaxt im Cockpit und freuen uns auf ein paar wunderschöne Tage auf den Bermudas.

Good bye!

Andrea & Andreas

Zitat:

Es ging langsam voran, wir kamen trotzdem voran, ein Hurra auf die Reise, denn wir kamen glücklich an (Achim Reichel).




Freitag, 3. Mai 2013

BVIs

Seit dem letzten Eintrag ist nichts spannendes passiert. Täglich sind wir um 17.00 Uhr in die Hafenbar gefahren, um die neuesten Wetterberichte abzurufen. Na gut, einen Painkiller gab es dann wohl auch immer. Und jetzt sieht es endlich so aus, dass wir zu den Bermudas fahren können, ohne eine komplette Tankfüllung verbrauchen zu müssen. Wir sind ausklariert, das Boot ist mit Lebensmitteln voll, morgen früh wird noch getankt und alle Wasserkanister voll gemacht und dann geht es los. 845 Seemeilen mit Kurs 0 Grad warten auf uns mit unterschiedlichen Windbedingungen. Wir sind schon ganz gespannt, wie die Bermudas aussehen.

Take care, enjoy the day

Andrea & Andreas

Montag, 29. April 2013

BVI JvD

Auch für die BVI's haben wir uns für den Schluss die allerschönsten Buchten aufgespart. Zuerst ging es nach Norman Island in die Pirats Bight. Hier waren wir schnorcheln um Treasure Point. Dort haben wir beim Schnorcheln in den Höhlen und am Korallenriff die bunten Rifffische aus nächster Nähe beobachtet. Abends waren wir damit beschäftigt, die Möwen von unserem Dinghi zu vertreiben. Leider hat das während der Nacht nicht funktioniert, was man an den eindeutigen Spuren auf dem Dinghi am nächsten Morgen erkennen konnte.



Weiter ging es nach 2 Nächten nach Tortola in die Sopers Hole Bucht. Ein sogenannter Einkaufsstopp!

 

Dann sind wir zur Insel Jost van Dyke gesegelt. Hier lagen wir hinter einem Riff in der White Bay. Der Strand war traumhaft und hat seinen Namen verdient. Viele Tagestouristen wurden per Boot in diese Bucht gebracht und haben tagsüber Party gemacht, aber wenn sie dann gegen 16.00 Uhr fuhren, sind wir mit der Crew der „2mickys“ zum Sundowner in die „Soggy Dollar-Bar“ gefahren. Hier wurde laut Überlieferung unseres Handbuches der „Painkiller“ erfunden: Brauner Rum, viel Eis, Ananassaft und Cocos-Milch mit ein wenig Muskatnuss oben auf. Einen der Tage haben wir auch benutzt, um in die Nebenbucht zu laufen (Great Habour), um uns dort die legendäre Foxys-Bar anzuschauen.






 

Nach 4 Nächten sind wir 6 Seemeilen weiter und haben vor Sandy Split geankert (N 18° 27,14' W064° 42,8'). Laut unserem Handbuch hat diese Bucht nur eine Palme, bei unserem Rundgang (3 Minuten) haben wir aber noch eine zweite gefunden.

 

4 Tage Schwimmen, Schnorcheln, Lesen, Faulenzen mit schönstem Ausblick! Leider besaßen wir nach diesen Tagen nicht einen Tropfen Wasser mehr im Tank, so dass wir zurück in die Zivilisation mußten. Zur Zeit liegen wir in Road Town auf Tortola und Ankern vor den Hafeneinfahrten, da wir uns den Liegeplatz für 60 US-$ pro Nacht nicht gönnen möchten. Hier gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten, so dass wir nun das Boot für die Weiterreise auf die Bermudas vorbereiten können. Auch haben wir hier jetzt die „2mickys“ verabschiedet, die weiter Richtung Amerika wollen, was uns heute ein wenig traurig stimmt.

Wassertanken am Fueldock in Village Cay Habour mit großem Beiboot


Es ist mal wieder ein Fazit fällig:

Am 1. Mai 2012 haben wir die Reise begonnen und sind jetzt genau ein Jahr unterwegs. Ängstlich und vorsichtig sind wir die ersten Meilen gesegelt und heute denken wir „bis zu den Bermudas sind ja nur 800 Seemeilen“. Segeltechnisch hat sich was verändert. Aber auch sonst sind die vielen Eindrücke und das Kennenlernen von vielen Menschen nicht spurlos an uns vorbei gegangen. Obwohl der Rückweg ja auch noch einige interessante Wochen dauert, macht uns die Vorbereitung auf die Rückfahrt zu den Bermudas auch etwas traurig. Die Karibik war einfach toll und getreu dem Motto „enjoy the day“ haben wir das auch jeden Tag genossen. Hoffentlich können wir ein Stück davon mitnehmen nach Hause.

Wenn wir auf den Bermudas Internet finden, gibt es einen Zwischenbericht, ansonsten dauert es bis zu den Azoren, also etwa ca. 30 Tage.

Take care, enjoy the day, einen Painkiller gönnen wir uns heute noch

Andrea & Andreas

Montag, 15. April 2013

BVI Virgin Gorda

Wir sind jetzt eine Woche in den British Virgin Islands und werden auch noch eine Woche hier bleiben, bevor wir die Rückreise über den Atlantik in Angriff nehmen. Die Überfahrt von St. Martin zu unserem ersten Stopp in den BVIs, Virgin Gorda fing spektakulär an. Nachdem wir den Anker gehoben hatten, segelten wir mit Groß im ersten Reff und Fock gemächlich aus der Bucht. Wir waren noch keine 15 Minuten unterwegs, als uns ein Squall erreichte. Von jetzt auf gleich hatten wir mehr als 40 kn Wind und unser Boot beschleunigte locker auf 7-8 Knoten. Wir nahmen die Fock weg und sind nur mit dem Großsegel vor dem Wind abgelaufen. Als der Wind so auf 30 kn abschwächte, haben wir dann das Großsegel weggenommen und die Fock wieder rausgeholt und konnten dann in Richtung unseres Zieles segeln. Das ganze dauerte ungefähr eine Stunde und war begleitet von starkem Regen. Nachdem wir uns umgezogen hatten, hatten wir dann aber eine ruhige und angenehme Nachtfahrt.

Wir erreichten um 12.00 Uhr LT unseren Ankerplatz vor Virgin Gorda Habour. Das Einchecken war problemlos und kostete nur 12 Dollar. Wieder ein Beispiel für die falsche Darstellung in unserem Reiseführer, denn wir dachten, es wird viel teurer. Am nächsten Tag sind wir dann 2 km zu dem Naturreservat „The Baths“ gelaufen. Es handelt sich hierbei um eine Küstenformation mit riesigen Granitsteinen, Höhlen, kleinen Sandstränden und natürliche Pools. Einfach schön!










Einen Tag später sind wir nach Gorda Sound weiter gesegelt und haben dort 3 Tage direkt hinter dem Riff vor Moskito Island geankert. Hier trafen wir die Crew der 2mickys wieder. Einen Abend sind wir dann zusammen zum StrandBBQ gegangen, was sehr lecker und nett war, allerdings wie alles hier in den BVI's entsprechend teuer.





Augenblicklich liegen wir vor Marina Cay im Norden von Tortola vor Anker (N 18° 27,6' W 064° 31,8'). Bei diesem Ankerplatz handelt es sich um eine kleine Bucht in der wiederum eine kleine private Insel liegt. Hier gibt es nur eine Tankstelle, einen Souvenirshop und ein kleines Restaurant. Die Landschaft ist aber traumhaft, wie alles in den BVIs. Die BVIs umfassen ein Gebiet von maximal 30 x 15 Seemeilen. Also ähnlich groß wie das Ijsselmeer nur mit dem Unterschied, dass es hier eine Vielzahl von Inseln und Buchten gibt, die nur darauf warten entdeckt zu werden. Da wir am Ende der Saison sind, finden wir auch immer noch ruhige und schöne Ankerplätze. Wenn man den Ort wechselt, hat man nie weiter als 6-10 Seemeilen zu segeln. Es ist hier noch einmal ein richtig schöner Urlaub im Urlaub.



Take care!
Andrea & Andreas

Samstag, 6. April 2013

St. Martin

Die Tage auf der Ile Fouches (N 17° 57,24' W062° 54,18') waren so entspannend, dass wir gleich wieder mal einen Tag länger geblieben sind, als wir wollten. Da wir von der Crew der „2mickys“ Bücher geschenkt bekommen haben, konnten wir tagelang lesen. Wenn man den Blick mal vom Buch hoch hob, sah man türkises Wasser umgeben von Felsen und stahlblauem Himmel. Es war hier so ruhig, dass selbst einer der Fregattvögel uns übersehen hat und mit voller Wucht gegen den Mast geflogen ist. Danach saß er ca. eine Stunde fast unbeweglich auf unserem Boot, hat alles vollgeschissen und sprang dann ins Wasser, hat 3 mal den Kopf unter Wasser getaucht und sich geschüttelt als hätte er eine Gehirnerschütterung und ist dann davongeflogen.

Wir sind dann auch weiter nach St. Martin in die Marigot Bay auf der französischen Seite gesegelt. Schon in der Annäherung haben wir den Flughafen passiert und zufällig kam auch eine große Passagiermaschine und flog direkt über uns weg auf die Landebahn zu. Wir haben 3 Tage geankert und sind dann für 3 Nächte in die Marina Fort Louis gegangen, um einzukaufen und kleinere Reparaturen am Boot durchzuführen. Der Fäkalientank hat es jetzt endgültig hinter sich. Wir sind es leid und haben ihn außer Betrieb gesetzt. Der Tank müßte gesäubert werden, aber der Einbau ist so schlecht, dass man an die Tanköffnung nicht ohne Weiteres herankommt.

Vorgestern sind wir mit dem Dinghi in die Lagoone gefahren und haben dann hier mitten in der Karibik sehr vertraute Bauwerke gesehen:


Gestern haben wir dann noch einmal einen Ausflug zu dem legendären Strand direkt hinter der Landebahn gemacht. Dort gibt es einen regelrechten Flugzeugtourismus, ist schon lustig, sich das mal anzuschauen. Sind wir auf dem Hinweg noch mit dem Taxi gefahren, haben wir den Rückweg mit öffentlichen Bussen absolviert. Auf St. Martin stellt man sich einfach an die Hauptstraße in die Richtung, in die man möchte und wartet bis ein Kleinbus mit der richtigen Aufschrift auf einen zufährt, dann hält man die Hand raus und steigt ein. Wenn man aussteigen möchte, gibt man dem Fahrer einfach Bescheid, dann hält er an und man zahlt 1,50 USDollar pro Person. Die Menschen hier sind zum Glück alle super freundlich und hilfsbereit, so dass wir auch tatsächlich ohne Probleme dort ankamen, wo wir hinwollten. Hilfreich ist auch, dass hier auf der französischen Seite der Insel alle Leute zweisprachig sind, also auch fließend Englisch sprechen. Gleich verlegen wir uns wieder auf den Anker und segeln dann morgen Nachmittag rüber zu den BVI's. Da es ca. 75 sm sind, werden wir eine Nachtfahrt einlegen, damit wir im Hellen dort ankommen.

Film Flughafen St. Maarten: http://youtu.be/NAUAyAVbP8A



Au revoir! Enjoy the day!
Andrea  & Andreas


Mit diesem Blog möchten wir euch an unserer Reise teilhaben lassen und euch die Möglichkeit geben, unsere Abenteuer zu verfolgen.