Freitag, 29. März 2013

berühmte Inseln


Da hatten wir aber Glück. Am letzten Tag im English Habour haben wir dann noch Peter und Renate nach knapp einem halben Jahr wieder getroffen. Wir lagen viele Tage im Hafen von Funchal nebeneinander. Es war einfach schön, zu erfahren, wie es ihnen in diesem halben Jahr ergangen ist und so haben wir den ganzen Nachmittag verquatscht. Am nächsten Morgen haben wir uns dann noch einmal an der Tankstelle getroffen, aber wie das auf dieser Reise nunmal so ist, dauernd muss man auch „Auf Wiedersehen“ sagen. Unser nächstes Ziel war Five-Island-Habour (N 017° 6' W 061° 53,3'). Der Name stammt von den 5 Felsen die die Einfahrt in die Bucht markieren. Die Bucht wäre eigentlich traumhaft, da wir in den 2 Tagen, die wir dort gelegen haben, entweder alleine oder mit maximal 6 Booten dort lagen. Aber das Wasser war aufgewühlt und dreckig, so dass man nur schlecht schwimmen konnte.



Ursprünglich wollten wir von hieraus nach Barbuda fahren. Aber man hatte uns im Customsoffice gesagt, dass man dort nicht ausklarieren kann. Deswegen haben wir unsere Pläne geändert und Nevis und St. Kitts gefahren. Aber wie das so ist, kaum hat man sich ausklariert, bekommt man andere Informationen (Barbuda wäre ausklarieren möglich gewesen) und der Wind schläft ein. Da man innerhalb von 24 Stunden dann das Land verlassen muss, kann man nicht flexibel auf das Wetter reagieren, wenn man schon ausgecheckt hat. Also haben wir mal wieder etwas für unsere Motorbilanz getan und die Batterien aufgefrischt. Als Ausgleich wurde unser Erlebnis mit den Walen von der letzten Fahrt noch überboten. 20 Seemeilen vor Nevis kamen erst 3 Delfine, die parallel zu unserer Bugspitze wie Gallionsfiguren mit dem Boot schwammen. Nach 15 Minuten wurden es plötzlich immer mehr und wir schätzen, dass wohl ca. 20 Delfine mit unserer Bugwelle spielten und Spass hatten. Hier sind wir dann zum Glück mal wieder auf die Idee gekommen, Filme zu drehen. 1,5 Stunden haben sie unser Boot begleitet und wir beide waren von der Bugspitze nicht mehr weg zu kriegen. Aber unser Autopilot arbeitet ja sehr zuverlässig.

In Nevis haben wir vor einem malerischen Sandstrand angelegt. Das Einklarieren war problemlos und für den Aufenthalt in Nevis und St. Kitts für 6 Tage mußten wir insgesamt 60,-- US $ bezahlen. Ob man ankert oder an Mooringbojen geht spielt dabei keine Rolle. Charlestown ist klein und übersichtlich, hat einen wunderschönen langen Strand mit tollen Strandbars und klarem Wasser. Wir konnten beobachten, wie Pelikane in Ufernähe fischen. Sie stürzen sich in vollem Flug senkrecht ins Wasser.


Film Vogel: http://youtu.be/5ljTCgswuyo

 






Von Nevis ging es dann nach 3 Tagen nach St. Kitts. Hier liegen wir in einem Industriehafen weit ab von allem, so dass wir gar keine Lust hatten, das Boot zu verlassen. Heute haben wir ausklariert und uns noch ein wenig die Stadt angeschaut. Hier gibt es mit Port Zante einen extra angelegten Hafenbereich, in dem eine künstliche Einkaufsstadt hergestellt wurde, damit die ganzen Kreuzfahrtschiffe (täglich 3-4 Stück) hier ihre Devisen beim Kauf von Juwelen, Klamotten, Parfüm oder Alkohol ausgeben können oder in den Casinos lassen. Das ist nicht ganz unsere Welt und daher ging es am nächsten Morgen dann weiter nach St. Barth.



St. Barth ist in den Reiseführern so beschrieben, dass man schon ahnt, dass es für die „Schönen“ und die „Reichen“ der richtige Ort ist. Wir sind zwar beides nicht, sind aber trotzdem hier gelandet. Wir liegen vor dem Hafen auf dem Ankerplatz zwischen vielen sehr großen, aber auch normal großen Yachten. Die Kreuzfahrer liegen hier aber genauso vor dem Ort wie in St. Kitts. Im Hafen sieht man ebenfalls vorrangig ganz große Yachten und Motorboote. Die Stadt ist dementsprechend mit vielen Geschäften der bekanntesten Namen ausgestattet und bietet alles an, was wir nicht brauchen (Handtaschen, Schnickschnack, Schmuck, Champagner, Designerklamotten, etc.).







Für uns war dann doch eher der Flughafen sehr interessant. Es landen sehr viele kleine Flugzeuge hier und steuern den sehr kleinen, hinter einem kleinen Berg mit Kreisverkehr abfallenden Flughafen und die Landebahn an. Dies ist echt abenteuerlich nah, so dass wir uns einmal auf die Kreuzung gestellt habe, um das ganze zu filmen und zu fotografieren. Es sieht aus, als wenn das Flugzeug auf der Straße landen will und dann aber hinter dem Berg abstürzt.



Morgen verholen wir uns auf eine kleine einsame Insel und werden uns danach Richtung St. Martin, also die französische Hälfte von St. Maarten weiter bewegen.

Au revoir!

Andrea & Andreas

Sonntag, 10. März 2013

Antigua

Am Montag, den 04.03.2013 haben wir dann abgelegt Richtung Süden. Leider kam der Wind genau gegenan, so dass wir unter Motor fahren mußten. Da wir auf das Dröhnen des Motors nach ein paar Stunden keine Lust mehr hatten, sind wir nicht auf die Inseln, sondern in eine kleine Ankerbucht neben dem Hafen von St. Francois gefahren. Direkt hinter dem Riff konnten wir eine Mooringboje in der ersten Reihe auf 1,80 m Wassertiefe ergattern. Einfach traumhaft! (N 16° 15' W 061° 15,65')


 
unsere eigene Ti-Punsch-Produktion

 

Abends mußten wir dann leider feststellen, dass unser Fäkalientank nicht leer war, der Verdacht auf eine Verstopfung lag nahe. Deshalb haben sich unsere Pläne mal wieder geändert. Am nächsten Tag, morgens um 07.00 Uhr, sind wir in die Marina St. Francois gefahren, aber die hatten leider kein Absauggerät. Da wir wußten, dass Bas du Fort über eine Absauganlage verfügt, sind wir dann bei absoluter Windstille die 19 Seemeilen unter Motor zurück gefahren. Im Hafen bekamen wir dann vom Marinero die freundliche Auskunft: Die Anlage ist defekt, es tut mir wirklich leid! Er hat sich wahrscheinlich schon ausgemalt, was auf uns zukam. Wir sind dann vor der Marina auf den Ankerplatz gefahren und haben unseren Fäkalientank entleert und repariert. Einzelheiten möchten wir euch an dieser Stelle ersparen. Um 14.00 Uhr waren wir dann fertig und sind die ganze Strecke bis in unsere schöne Bucht zurückmotort. Der einzige Lichtblick an diesem Tag war die Tatsache, dass die gleiche Mooring noch frei war und anscheinend auf uns gewartet hat. Deshalb haben wir uns entschlossen, uns den nächsten Tag als Urlaubstag zu gönnen, denn noch wissen wir nicht, ob sich der Tank wirklich von selbst wieder entleert. Aber da hier viel geschwommen wird will man das tagsüber nicht unbedingt ausprobieren.

Abends zeigte sich dann, dass das Problem Fäkalientank uns wohl noch länger beschäftigt. Für den nächsten Tag war optimaler Wind angesagt, so dass wir uns überlegt haben, dass es in Antigua bestimmt eine Absauganlage geben wird. Da die Gesamtstrecke ca. 60 Seemeilen hat, haben wir uns entschieden, morgens um 05.00 Uhr los zu fahren. Aber wie das so mit den Wetterberichten ist, kommt der Wind selten so, wie angekündigt. Da freut man sich einmal auf viel Wind und was ist?: 10 Knoten. Mit 3,5 kn sind wir dann entlang der Ostküste von Guadeloupe gedümpelt.



Unser Ziel war so nicht zu erreichen, deswegen haben wir an der Nordspitze vor Port Louis geankert. Die Gegend ist so abgelegen, dass wir das einzige Schiff in der Ankerbucht waren. Auch mal schön.


 

Am nächsten Morgen um 07.00 Uhr ging es direkt weiter. Ohne Wind! Das Meer war spiegelglatt und sah aus wie ein Ölteppich.



 Unsere Maschine arbeitete aber sehr zuverlässig. Zum Trost hatten wir eine



tierische Überfahrt.





Zuerst begegneten uns 11 Pelikane im Formationsflug 50 cm über der Wasseroberfläche im Abstand von 2 m zu unserem Boot. So schnell kann man die Kamera gar nicht raussuchen. Danach schwamm eine leere Weinflasche an unserem Boot vorbei auf der ein Vogel saß und Pause machte. Als nächstes saß ein Vogel in unseren Wanten und putzte sein Gefieder. Als Höhepunkt der Reise sind wir dann kurz vor Antigua mitten durch eine Herde schlafender oder sonnender Wale gefahren. Es handelte sich um eine Herde von mindestens 30 Tieren. Leider waren die Tiere zu faul, um ihren Körper mal aus dem Wasser zu heben, so dass wir fast nur die Flossen sahen. Zu guter Letzt hat uns irgend ein Seeungeheuer unseren Wobbler inklusive Haken und Gewicht direkt vorne an der Angelschnur abgebissen.



In Antigua liegen wir in der Freemans Bay im English Habour N 17° 00,1' W 061° 45,6'. In diesem Hafen treffen sich wohl die Reichen und die Schönen. Hier gibt es riesige Boote, aber keine Tankabsauganlage. Deshalb war gestern mal wieder unsere Tagesbeschäftigung „Tankreinigung“. Wir wissen jetzt, es lag am Ventil. Alles funktioniert wieder super und diesmal haben wir es auch ausgetestet. Der heutige Tag besteht aus Erholung und Hafenkino. In dieser Bucht sind starke Strömungen. Einige Boote ankern mit zusätzlichem Heckanker und schwoien deshalb nicht im Einklang mit den anderen Booten. Dies führt zu interessanten Beobachtungen. Morgen geht’s weiter in Richtung Five-Island-Habour.



 

Bye, bye, enjoy the day!



Andrea & Andreas

Sonntag, 3. März 2013

Regenwald

Von den Iles des Saintes sind wir nun nach Guadeloupe gesegelt und haben uns in die Marina Bas du Fort in Point a Pietre verholt. Insofern hat unsere Brötchentütennavigation von der kleinen Insel immer noch ihre Gültigkeit:


Bei Bft 3-4 und sonnigem Wetter war es mal eine ruhige und relaxte Überfahrt entlang der Küste von Guadeloupe. Der Elektriker hatte zum Glück am nächsten Tag Zeit und hat nach 1,5 Stunden ein marodes Kabel als Ursache für unseren Kurzschluss entdeckt und lahmgelegt. Jetzt haben wir halt nur noch 3 Lampen im Salon, aber alles funktioniert nun (leider kostet die Mechanikerstunde hier wieder mal 67,-- €). Die Wartezeit haben wir mit Putzarbeiten überbrückt. Da in den letzten Tagen bei der vielen Segelei sehr viele Salzwasserduschen über das Boot gegangen sind, konnten wir nichts Salzfreies mehr anfassen. Alles war stumpf und klebrig, aber in dieser Marina gibt es zum Glück Wasser umsonst und jetzt ist alles wieder sauber. Am Samstag haben wir uns dann einen Mietwagen geliehen und nach den vielen Tagen mit Blick auf die unterschiedlichen Blauschattierungen uns nicht mehr an Grünem satt sehen können. Regenwald, Wasserfälle und ein Vulkan bestimmten unsere Wanderwege. Allmählich merken wir, wie fit wir eigentlich schon geworden sind, aber nach dem 3. ausgiebigen Spaziergang im Regenwald waren wir dann doch froh, wieder im klimatisierten Auto zu sitzen. Insgesamt war die Rundfahrt ein ganz tolles Erlebnis. Guadeloupe besitzt ein riesen großes Naturschutzgebiet mit wunderschönen und gut begehbaren Wanderwegen in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen und es macht einfach Spaß, durch die üppige Vegetation zu laufen. Die Höhe der Bäume und die Dichte der Pflanzen und Farne war schon beeindruckend. Wir haben beindicke Bambusstangen gesehen, richtig lange Lianen, wunderschöne Pflanzen und interessante Vögel und Schmetterlinge. In einer anderen Gegend gab es riesige Zuckerrohrfelder von der ortsansässigen Rhumdestillerie, aber auch die vielen kleinen Buchten an der Westküste mit ihren schwarzen Stränden und den ankernden Segelbooten waren diesmal von Land aus schön anzusehen. Den Ostteil der Insel konnten wir uns leider nicht mehr anschauen, da es bereits auf der Rückfahrt dunkler wurde und wir den Wagen abgeben mussten. Der Abend wurde dann noch mit einem Restaurantbesuch gekrönt.


 
 
 
 
 



Eigentlich wollten wir heute durch den Kanal Richtung Antigua weiter, aber der Kanal ist dieses Jahr leider wegen Reparaturarbeiten geschlossen (das haben wir leider erst heute auf der Seite von Amanda und Mark gelesen), so dass wir jetzt doch um die gesamte Insel herumsegeln müssen. Deshalb müssen wir unsere Pläne mal wieder neu anpassen. Im Süden von Guadeloupe gibt es zwei klitze kleine Inseln als Naturschutzgebiet, Iles de la Petite Terre, die wir auf dem Weg nach Antigua besuchen werden, um Guadeloupe dann östlich passieren zu können. Der Hafen Bas du Fort, in dem wir uns derzeit befinden, ist teuer, stinkt, Ratten und Kakerlaken wurden von uns auch schon gesichtet und die Stadt ist relativ weit entfernt zu Fuss. Dafür gibt es auf dem Hafengelände jede Art von Reparaturdiensten, einen großen Supermarkt, 2 Shipchandler und jede Menge Restaurants mit einem Angebot von Pizza, über creolische Küche bis Lobstermenü.



Au revoir!
Andrea & Andreas

Dienstag, 26. Februar 2013

Vive la France


Am Freitag, dem 15.02.2013 sind wir von der Rodney Bay nach Le Marin auf Martinique gesegelt. Wir hatten Glück, denn wir konnten auf einem Bug hoch am Wind direkt unser Ziel anliegen, allerdings hatten wir im Groß das 2. Reff eingebunden und die Fock nur zu 2/3 raus. Wir dachten bisher, die Rodney Bay wäre das größte Ankerfeld, was wir bisher gesehen haben, aber als wir nach Le Marin kamen, wurde alles bis dahin erlebte noch getoppt. Das zählen der Ankerlieger war überhaupt nicht möglich, aber wir schätzen, dass ungefähr so 500 bis 600 Yachten in der Bucht lagen. Wir haben aber trotzdem relativ schnell einen guten und sicheren Ankerplatz gefunden und sind dann am nächsten Tag mit dem Dingy in die Marina gefahren, um uns einzuklarieren. Das ist hier sehr einfach, da Martinique zu Frankreich gehört und man sich einfach am PC selbst einklarieren kann und nur noch einen Stempel unter dem Ausdruck braucht (beim Ausklarieren in St. Lucia, was mehr als 1 Stunde gedauert hat, haben wir dann feststellen müssen, dass uns der Boatsboy in Soufrier verarscht hat. In Soufrier kann man beim Einklarieren gar nicht bezahlen und deshalb mussten wir beim Ausklarieren in der Rodney Bay noch 30 EC-Dollar zahlen. Als wir den Beamten unsere Geschichte erzählt haben, haben die schallend über den trickreichen Boatsboy gelacht und unser Geld dann trotzdem genommen). Der Hafen ist sehr gross und geschäftig, weil viele Charterfirmen hier überwiegend ihre Catamarane verleihen. Eine Chartercrew besteht in der Regel bei einem Cat aus 8 Personen und dementsprechend laufen hier ganz viele Menschen rum. Am nächsten Tag sind wir dann mit dem Dingy direkt vor das Einkaufszentrum gefahren und haben endlich wieder leckeren Wein und leckeren Käse und Schinken kaufen können.



Von Le Marin sind wir am Sonntag in die Bucht Grande Anse de Arlet (N 14° 30,18' W 061°05,27) gesegelt. Hier gibt es 80 wohl noch kostenfreie Mooringbojen und Ankern ist mittlerweile verboten. Dies hat sich unter den Seglern sehr schnell rumgesprochen, weshalb wir noch knapp die drittletzte Boje erwischen konnten und dafür aber die ganze Nacht durch den Schwell richtig durchgeschüttelt wurden. Das Umlegen am nächsten Morgen hat leider nicht funktioniert, da nur eine Boje mit einer roten Zahl frei war. Diese Bojen sind leider reserviert für Schiffe bis 8 m. Das hat man uns aber auch erst erklärt, nachdem wir festgemacht hatten. Deshalb haben wir dann in die Nachbarbucht Petit Anse de Arlet (N 14° 29,10' W 061°04,51') verholt. Hier lagen wir vor einem kleinen malerischen Fischerort, der aussah wie eine Märklinlandschaft, es fehlte nur noch der Zug. Weil es so schön war, sind wir mal wieder einen Tag länger geblieben, als wir geplant hatten. Danach sind wir nach Fort de France gesegelt. Direkt vor der Hauptstadt haben wir mit gerade mal 15 anderen Booten geankert und das Flair der Hauptstadt genossen. Das Wandern durch die kleinen Gassen, einkaufen in den Markthallen und das Sitzen im Bistro an der Straße hat uns total gut gefallen. Auch hier war der Aufenthalt wieder einen Tag länger als gedacht.



 
 

Da wir aber leider nicht endlos Zeit haben (wie es bei den meisten um uns herum der Fall ist), haben wir uns entschlossen, zügig nach Guadeloupe zu segeln. Am Freitag, den 22.02.2013 haben wir morgens in Fort de France für den 23. ausklariert und sind das kurze Stück in die nördliche Spitze von Martinique nach St. Pierre gesegelt. Am nächsten Morgen ging es ohne Landgang um 08.00 Uhr direkt weiter nach Dominica. Da wir sehr viel Wind hatten und sehr schnell vorwärts gekommen sind, haben wir uns unterwegs entschlossen, direkt durch bis zur Prince Rupert Bay zu segeln (N 15° 34,9' W 061° 27,9'). In dem großen Ankerfeld haben wir uns mitten drin versteckt, weil wir nicht extra für nur eine Nacht ein- und ausklarieren wollten. Morgens sind wir direkt weiter Richtung Guadeloupe aufgebrochen.

An dieser Stelle mal ein paar kleine Bemerkungen zum Segeln von Insel zu Insel. Dauernd sprechen wir von Düsen und Kapeffekten. Damit man sich das mal besser vorstellen kann schildern wir mal unser Erlebnis bei der Überfahrt von Martinique nach Dominica: Wir segeln in der Passatzone mit überwiegend nordöstlichen Winden und unser Kurs ist mehr oder weniger gerade nach Norden. Segelt man in Lee der Insel, hat man relativ schwachen Wind, ab und zu abhängig von der Bergformation auch mal einige nickelige Böen um 25 kn Wind. Wenn man sich nun der Nordspitze der Insel nähert, hört der Wind plötzlich gänzlich auf, um 5 Minuten später plötzlich von Westen zu kommen. Das hält dann so 10 Minuten an und mit Erreichen der Nordspitze kommt wieder ein Moment der Windstille gefolgt von plötzlich ansteigendem Wind aus der ursprünglichen Richtung, dies aber gleich mit 20/25 kn Wind. Diese Winddrehungen von 180° entstehen dadurch, dass am Nordkap der Wind abgelenkt wird. Kommt man dann aus der Windabdeckung der Insel raus, erwischen einen in der Nähe des Kaps auch noch zusätzlich die Wellen schräg von Vorne. Diese Mischung macht das Segeln für eine Weile dann sehr unattraktiv, aber zum Glück beruhigt sich das Ganze auf dem offenen Wasser etwas. Bei unserer Überfahrt hatten wir durchgängig 20 bis 25 kn Wind, in Böen wieder mal 30 kn und eine fiese Welle von 3-4 Metern. Trotzdem konnten wir mit dem 2. Reff im Gross und halber Fock immer zwischen 6 und 7 kn über Grund segeln. 3 mal ist die Welle so übergekommen, dass wir von oben bis unten klatsch nass waren. Die Wellen spritzen vorne an der Bugspitze hoch und kommen dann im großen Bogen über das gesamte Schiff zu uns. Eigentlich eine willkommene Abkühlung, wenn es nicht jedes mal eine Salzwasserdusche wäre. Abends haben wir echt gehofft, dass es mal wieder regnet, da man vor lauter Salz nichts mehr anfassen konnte.

Augenblicklich befinden wir uns auf den Iles les Saintes in der Bucht Anse a Bourg (N 15° 52,2' W061° 35,15'), eine vorgelagerte Inselgruppe von Guadeloupe. Dieses Gebiet besteht aus 7 kleinen Inseln, wovon nur 2 bewohnt sind. Wir liegen an der Mooring (Ankern inzwischen verboten) vor einem wunderschönen kleinen Ort, allerdings kann man hier gut erkennen, dass es sich um das Naherholungsgebiet der Menschen von Guadeloupe handelt. Morgens werden regelmäßig die Menschen in Massen mit der Fähre hierher gekarrt und abends wieder abgeholt, dementsprechend viele Boutiquen und Restaurants gibt es hier. Aber die Bucht ist wunderschön. Für 1,20 € liegt morgens das Baguette schon an Bord wenn man aufsteht und das Wasser ist hier so sauber und klar, dass wir heute auf dem Weg mit dem Dingy in die Stadt sogar 3 Delfine um uns herum hatten. Wir sitzen im Schlauchboot und die Delfine schwimmen direkt neben uns in 50 cm Abstand vorbei und unter uns durch. Wir waren einfach hin und weg, hatten aber leider keine Kamera zur Hand. So wie es aussieht, bleiben wir hier auch wieder mal länger als wir dachten und fahren dann auf die Hauptinsel in die Marina Bas du Fort für mehrere Tage, da wir mal wieder einen Elektriker brauchen. Unsere Sicherungen für den Salon und die Achterkajüte springen immer raus, obwohl wir überhaupt keinen Verbraucher an haben. Wer weiss, was das wieder ist?






Au revoir!

Andrea & Andreas

Mittwoch, 13. Februar 2013

St. Lucia



Schon wieder sind 10 Tage um, jedesmal sind wir erstaunt, wo die Tage geblieben sind. Bei diesem Buchtenhopping verliert man total den Bezug zur Zeit. Sicherheitshalber haben wir gestern mal eine Grobplanung gemacht, wie die nächsten Wochen aussehen sollen, aber ob wir uns daran halten …. wohl eher nicht. Aber zum Glück wissen wir noch, was wir die letzten Tage gemacht haben:

Am 05.02.2013 haben wir morgens um 04.40 Uhr noch im Dunkeln den Anker gelichtet und sind Richtung St. Lucia gesegelt. Insgesamt waren das 55,8 sm und wir wollten sicherstellen, dass wir im Hellen ankommen. Deshalb der frühe Aufbruch. Zum anderen hatten wir uns entschieden, St. Vincent auszulassen. Die Insel soll zwar auch schön sein, aber die wichtigsten Ankerbuchten haben wir uns im Vorbeisegeln angeschaut. Die Strecke war schwierig zu segeln, weil jeweils zwischen den Inseln mit Düsen- und Kapeffekten gerechnet werden muss. Zwischen St. Vincent und St. Lucia haben wir diese auch beide erwischt, so dass sich der Wind schlagartig auf ca. 25 kn erhöht hat und die Welle dabei auch ziemlich fies geworden ist. Mit dem Großsegel im ersten Reff und Fock konnten wir aber hoch am Wind unser Ziel fast anliegen. Kurz vor Soufrier haben wir versucht zu kreuzen, aber durch die Strömung hatten wir einen zu großen Wendewinkel, so dass wir uns dann doch entschließen mussten, die letzten 9 sm zu motoren. Um 15.50 Uhr lagen wir fest an der Mooringboje (N 13° 50,8' W061° 03,8') direkt vor dem Wahrzeichen von St. Lucia, den beiden Pitons. Die Bucht ist einfach wunderschön. Zum Einklarieren waren wir dann aber leider doch zu spät. Abends hat uns dann ein Boatsboy einen Ausflug zum Vulkan und in den Botanischen Garten angeboten und wir haben dafür für den nächsten Morgen einen Termin um 10.00 Uhr vereinbart, dass er uns am Boot abholt. Er war dann auch pünktlich zur Stelle und wir sind in seinem Boot in einem Höllentempo in die Stadt gefahren. Beim Einklarieren brauchten wir nichts bezahlen, weil unser Boatsboy mit allen befreundet war (war übrigens auch teil unserer finanziellen Abmachungen). Vom Zoll mussten wir dann nebenan in das Immigrationbüro, aber der Dienst habende Beamte hatte sich eine Auszeit genommen, so dass mittlerweile ein Anmeldestau von insgesamt 5 Crews vor der Tür entstanden ist. Wir haben von anderen gehört, dass sie teilweise bis zu 4 Stunden gewartet haben. Wir hatten zum Glück eine Tour gebucht und unser Boatsboy wollte wohl nicht den ganzen Tag auf uns warten. Er griff zum Telefon und nach 10 Minuten war der Beamte ins einem Büro. Eigentlich waren wir die letzten in der Schlange, aber unser Boatsboy nahm mal kurz den Zettel vom Zoll und unsere Pässe und nach 30 Sekunden hatten wir den begehrten Stempel im Pass und waren fertig. Etwas peinlich war das schon, weil die anderen Crews schon komisch geguckt haben. Unserem Ausflug stand nichts mehr im Weg, also sind wir zuerst zum Vulkan Soufrier gefahren, haben uns das brodelnde Wasser und den blubbernde und nach faulen Eiern stinkenden Schwefelschlamm angeguckt. Die härteren unter den Besuchern haben sich dann auch noch das Badezeug angezogen und haben sich in den Schlamm gelegt.

Danach ging es über schmale Straßen zum Botanischen Garten. Unterwegs konnten wir kurz stoppen und unser Boot vor Anker mal aus der Vogelperspektive fotografieren.

 

Der Garten hat uns unheimlich gut gefallen. Es gab viele toll aussehende Blumen und Bäume, Palmen und einen wunderschönen Wasserfall. Danach haben wir noch einen Bummel durch die Stadt gemacht und sind dann wieder mit dem Speedboot zu unserem Schiff.


 




 

 


Am 07.02.2013 sind wir dann an der Küste von St. Lucia weiter nach Norden gesegelt. Mittags sind wir in die Marigot Bay, eine wunderschöne geschützte Bucht, aber unheimlich teuer. Hier kostet schon die Mooringboje 80 East-Caribean-Dollar, nach einem Hafenplatz haben wir uns gar nicht ersterkundigt. Wir hatten aber auch nicht wirklich vor, hier zu übernachten, da wir bereits im Vorfeld gelesen hatten, dass diese Bucht nicht nur vom Preis, sondern auch vom Ambiente nicht zu uns passt. Auf dem weiteren Weg Richtung Norden sind wir dann mit einem anderen Boot um die Wette gesegelt. Normalerweise hätten wir überhaupt keine Chance gehabt, aber bei 20 bis 25 kn Wind hatte der andere einfach zu viel Tuch, so dass er den Kurs nicht immer sauber halten konnte. Nach 2 Stunden haben sie uns dann doch überholt, was mit einer 44-Fuß-Yacht auch in Ordnung für uns ist. Am späten Nachmittag waren wir dann in der Rodney Bay, dem Zielort der ARC. Diese Bucht ist riesen groß und wir haben mitten drin geankert. Andreas hat abends 117 Segelboote gezählt, aber es hätten bestimmt noch weitere 100 Platz gefunden. Am Montag haben wir dann in den Hafen verlegt, unser Großsegel dem Segelmacher zum überprüfen gegeben. Endlich gibt es mal wieder Süsswasser am Steg und wir haben unser Zuhause von Innen und Außen auf Vordermann gebracht. Auch uns haben wir nicht vergessen, denn dieser Hafen ist seit dem 19. Dezember der erste in dem wir sind. Eine richtige Dusche ist einfach toll. Von dem Ort sind wir ein wenig enttäuscht, da er nicht viel bietet. Aber es gibt 2 gute große Supermärkte und endlich mal wieder Internet an Bord. Alles ist sauber, Kühlschrank und Wassertank sind voll, deshalb geht es morgen weiter nach Martinique.

 
 


Take care, enjoy the day!

Andrea & Andreas
Mit diesem Blog möchten wir euch an unserer Reise teilhaben lassen und euch die Möglichkeit geben, unsere Abenteuer zu verfolgen.